Schulen

Im Zuge des allgemeinen wirtschaftlichen Fortschritts des Landes sollte es an sich verstärkt  Aufgabe des Staates sein, für eine gute und umfassende Schulausbildung zu. Tatsächlich gibt es auch immer mehr staatliche Schulen, so dass die Argumente für die Unterstützung der Schule heute nicht mehr (wie früher) in der Ermöglichung des Schulbesuches liegen, sondern in der Frage der Qualität und der Inhalte der Ausbildung. Drei Aspekte sollen das verdeutlichen:

Erstens das vermittelte Menschenbild. Wie bei der Cooperative bereits gesagt sind christliche Werte gerade in einer unterentwickelten Gesellschaft ganz wichtig für eine nachhaltige Entwicklung, denn es gibt hier viel öfters und viel gravierendere Rückschläge durch Naturkatastrophen, politische Instabilitäten und wirtschaftliche Abhängigkeiten. Gerade in solchen Situationen sind die armen Indigenas als die benachteiligte Bevölkerungsschicht auf die Solidarität und Hilfe ihrer Mit-Guatemalteken angewiesen. Wir wollen ja gerade nicht ewig Entwicklungshilfe leisten, und ich bin der festen Überzeugung, dass eine Überwindung der Armut und Ungerechtigkeit ohne ein christliches Weltbild nicht möglich sein wird, im Gegenteil, eine egoistische Gesellschaft wird die Ungleichheit verstärken. Daher ist gerade hier in Guatemala die Förderung der christlichen Werte bereits in der Schulausbildung elementar wichtig.

Ein zweites ist die Vermittlung eines vollständigen und objektiven Geschichtsbildes. In staatlichen Schulen beginnt die Geschichte im Wesentlichen mit der spanischen Eroberung, das Kulturgut der Mayas bleibt auch heute noch weitgehend unberücksichtigt. In unserer Pfarrschule hingegen lernen die Kinder Lieder und Gedichte in ihrer Maya-Sprache, ihr Selbstbewusstsein als Indígenas wird gestärkt, während ihnen im Alltag und damit auch an staatlichen Schulen gerade das Gegenteil tagtäglich vor Augen geführt wird.

Ein drittes ist die Qualität und Disziplin. Während in der Pfarrschule kaum Unterricht ausfällt erscheinen die Lehrer der staatlichen Schulen oft wegen Streik, Unlust oder kollektiver Krankheit nicht an den Schulen. 

Aber auch die aktuellen  Untersuchungen zeigen, dass noch lange nicht alle Jugendlichen in Guatemala eine ausreichende Schulbildung erhalten. Eine vom guatemaltekischen Bildungsministerium durchgeführte (also eher noch geschönte) Untersuchung ergab, dass von den 14-16 jährigen bereits 35% nicht mehr zur Schule gehen und weitere 13% sich noch auf Grundschulniveau befinden – fast die Hälfte der Jugendlichen sind also bildungsmässig bereits abgehängt!

All dies zeigt uns, wie wichtig trotz der vielen staatlichen Schulen es nach wie vor ist, in eine gute und nachhaltige Bildunggerade für die indigenen Jugendlichen  zu investieren.

Schulen in Huitán und Cabricán

Schuljubiläum 2012