Padre Pedro


Pfarrer Peter Mettenleiter wurde am 21. Dezember 1928 in Burladingen geboren. Nach seiner Priesterweihe 1954 wirkte Peter Mettenleiter in verschiedenen Gemeinden in Stuttgart, Balingen, Königsbronn und Denkendorf, bevor er sich 1975 als „Missionar“ nach Guatemala aufmachte. Das Land befand sich damals im Bürgerkrieg: Militärjuntas und zivile Diktatoren wechselten sich ab, ein Putsch löste den nächsten ab und Guerillagruppen kämpften für die arme Landbevölkerung. Mit 46 Jahren dorthin zu gehen, war sicher kein leichter Entschluss für Pfarrer Mettenleiter, doch es war seine zweite Berufung.

 Als Pfarrer der Landpfarrei Cabricán im Nordwesten Guatemalas lernte Peter Mettenleiter die Not der Menschen sehr schnell kennen: Armut, Arbeitslosigkeit, Analphabetismus, schlechte Bildungsmöglichkeiten und medizinische Versorgung, Demütigungen, ungleiche Chancen der Rechtsverfolgung und vieles mehr. Von Anfang an sah er seinen seelsorgerischen Auftrag umfassend. Neben der Pastoral im engeren Sinne leistete er mit Unterstützung seiner Heimat-Diözese und vielen Freunden in Deutschland Hilfe zur Selbsthilfe für die Bevölkerung. Für ihn war dabei besonders wichtig, dass sich die Indigenas als gleichberechtigte Glieder der Gesellschaft verstehen und ihre kulturelle Identität wiederfinden, leben und bewahren. Wichtige Projekte von Pfarrer Mettenleiter, in ganz Guatemala nur als "Padre Pedro" bekannt, waren beispielsweise der Auf- und Ausbau von Schulen, die Errichtung von Strom- und Wasserleitungen oder die Gründung von Handwerkskooperativen.

Zurück in Deutschland wurde Peter Mettenleiter 1988 Pfarrer von Tannhausen bei Ellwangen. Doch sein Herz hatte er längst an Guatemala und "seine" Indigenas verloren. Seinem Wunsch entsprechend, die Pfarrei San Andrés Osuma in der Diözese Escuintla zu übernehmen  gab schließlich auch Bischof Walter Kasper trotz Priestermangels seinen Segen zu einem weiteren Guatemalaensatz. Nach fünf Jahren kehrte er 1998 nach Deutschland zurück und trat in den Ruhestand.  

Wie sehr Pfarrer Mettenleiter mit Guatemala und den benachteiligten Menschen dort verbunden ist, zeigte sich bald, als er, der sich einen ruhigen Lebensabend wahrlich verdient gehabt hätte, mit über 70 Jahren einer Bitte des Bischofs von Quetzaltenango folgte und die Landpfarrei San Bartólo Aguas Calientes übernahm. Kurz nach seinem 80. Geburtstag erhielt er für seinen selbstlosen Einsatz und sein Wirken für die arme Bevölkerung in Guatemala das Bundesverdienstkreuz.

Bis 2013 konnte er selbst sehr aktiv seine vielfältigen Pastoral-  und Entwicklungsprojekte beaufsichtigen und begleiten. Unterstützt wurde er dabei von einem fast 800 Personen umfassenden Freundeskreis aus ganz Deutschland, dem Padre Pedro Guatemala-Hilfe e.V. 2009 wurde eine Stiftung gegründet, um insbesondere die Bildungsprojekte - zwei Indigena-Schulen in Cabricán und Huitán – langfristig finanziell absichern und fortführen zu können.

Am 30. März 2014 starb der aus Burladingen stammende Pfarrer Peter Mettenleiter im 86. Lebensjahr in seinem geliebten Guatemala, seiner zweiten Heimat. Seine Beerdigung war eine eindrucksvolle Feier, fast 5000 Menschen aus vielen Orten Guatemalas kamen, um ihrem Padre die letzte Ehre zu erweisen. Die Beerdigung hielt der Bischof von Quetzaltenango, Señor Palma Molina. In vielen Reden wurde sein Lebensweg und sein Lebenswerk gewürdigt. 




Doch fast 40 Jahre aufopferungsvolles und segensreiches Wirken in Guatemala konnten weder die Redner der Gemeinden noch wir angemessen in Worte fassen.



 Kontaktadresse:

Padre Pedro Guatemala-Hilfe e.V.

c/o Johannes Schockenhoff

Fribolinstraße 66

74321 Bietigheim-Bissingen